Was dein Weg mit der Vorweihnachtszeit zu tun hat

Alle, Mind | 15. Dezember 2022

Ich liebe Weihnachten

In den letzten Jahren ist mir aber aufgefallen, dass es gar nicht wirklich Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage sind, die ich so liebe. Viel mehr noch, liebe ich die Vorweihnachtszeit. Der Weg bis zum großen Abend, bis zum Highlight, also dem 24. Dezember.

Die Vorweihnachtszeit (also quasi ab September, wenn es den ersten Lebkuchen zu kaufen gibt - nein quatsch, für mich ab Ende November) ist einfach schön. Überall sind Lichter und Glühwein und Weihnachtsfilme und Plätzchen backen und Weihnachtsmusik. Und irgendwie drehen sich die Uhren zu dieser Zeit etwas anders.

Für mich ist also dieser Weg zum Ziel, dem 24. Dezember, noch viel großartiger und magischer als das Ziel selbst. Merkst du schon, worauf ich hinaus will? 


Das Ziel ist das Ziel

Oder wie geht das Sprichwort?

Das ist nämlich das einzige Szenario bei dem ich das so empfinde. Ich habe nicht den Weg zelebriert, bis ich meinen Masterabschluss in der Tasche hatte. Oder meinen neuen Job oder die neue schicke Wohnung. Meine Augen waren starr auf das Ziel gerichtet und ich hätte am liebsten den Weg übersprungen und wäre direkt zum Erreichen des Ziels übergegangen. Für mich wäre das best-case-Szenario gewesen, ich setze mir ein Ziel, schnippe mit dem Finger und es ist erreicht.

Wenn wir jetzt aber mal überlegen; unser Leben besteht zu dem größten Teil aus eben diesem Weg. Die Ziele, die Highlights, wie der Studienabschluss, die langersehnte Beförderung, das neue Haus, die Hochzeit, der nächste Urlaub, sind mit einem Wimpernschlag wieder vorbei.

Und für diesen Wimpernschlag leben wir? Darauf soll unser Fokus liegen?

Und natürlich nicht zu vergessen, wenn der Tag dieses Zieles oder Highlights erstmal erreicht ist, haben wir die Augen doch schon wieder auf dem nächsten Ziel. Und dann beginnt der ganze Schlamassel von vorne.

Die Wege zwischen den Highlights sind unser Leben.


Was können wir also aus der wunderbaren Vorweihnachtszeit für unsere persönlichen Wege zwischen den ganzen Zielen und Highlights mitnehmen?

Ich würde sagen, das Bewusstsein, dass diese Wege unser Leben sind. Wir können nicht nur für die (geschätzt) 10 großen Momente in unserem Leben leben. Denn wenn wir dann am Ende von diesem Leben auf unsere Zeit hier zurückschauen und nur diese großen Momente sehen, wäre das echt eine scheiß Geschichte. Am Ende interessiert sich doch kein Mensch mehr dafür, ob du deinen Studienabschluss mit einer 1 vor dem Komma abgeschlossen hast oder dir mit 30 ein fancy, neues Auto gekauft hast.

Wenn du mir die Geschichte deines Lebens erzählen würdest, würde ich hören wollen, wie diese Reise wirklich war. Was hast du erlebt, was hast du gefühlt, wo bist du hingefallen und wieder aufgestanden? Wer warst du und wer bist du heute? Was sind die kleinen Momente, die sich in dein Gedächtnis gebrannt haben und die das Leben am Ende doch so kostbar machen? Wie oft hast du dir Zeit genommen, den Sonnenaufgang zu beobachten oder in die Sterne zu schauen? Was war schwer für dich und was hast du daraus gelernt? Was hat dir Freude bereitet und wie oft bist du der Freude nachgegangen? Hast du geliebt und gelacht und geweint? Bist du in all die wunderbaren und grausamen Gefühle eingetaucht und hast du all die Erfahrungen gemacht, die dieses Leben auf der Erde ausmachen?

Und ob du dieses Spektrum an menschlichen Emotionen und Erfahrungen jetzt in einer netten Stadtvilla, mit tollem Garten gemacht hast, mit einem 1,0 Studienabschluss oder halt eben nicht, wäre mir persönlich egal. Ich würde von deinen Weg hören wollen.

Die GANZE Geschichte und nicht nur die Überschriften.

Gestalte deinen Weg so, wie die Vorweihnachtszeit.

Der weg ist dann doch irgendwie das ziel.

Also, lasst uns doch einfach ein bisschen mehr das Gehen unseres Weges feiern. Wenn doch diese Zeit vor Weihnachten so schön und so magisch ist; lasst uns ein bisschen was von diesem Gefühl in unseren eigenen Weg packen. Es ist unsere Entscheidung, wie wir unseren Weg zwischen den Highlights sehen und wie wir ihn gestalten.


In diesem Sinne, wie gesagt, ich liebe die Vorweihnachtszeit.

Deine Sarah 

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